DIE GESCHICHTE DES HOFES

Hier deutet schon der Name des Hofes, daraufhin dass es sich um ein Anwesen handelt, in dem eine

Torggl

betrieben wurde, vielleicht sogar als Gemeinschaftstorggl für mehrere Bauern der Umgebung oder, was näher liegt, als Herrschafts- bzw. Zehenttorggl, in der im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit der „lautere (flüssige) Zins“ für die Grundherrschaft der Grafen von Schenna gesammelt und von den Torgglknechten gepresst wurde.

Jedenfalls ist der Torgglerhof im

Schenner Oberdorf

ein sehr altes Geschöpf, das nach der Überlieferung auch als Gerichts- und Gefängnisgebäude der Herrschaft von Alt-Schenna (St. Georgen) gedient haben soll. Josef Tarneller nennt in seinem Werk „Die Hofnamen im Burggrafenamt und in den angrenzenden Gemeinden“ (Wien 1909) mehrere Urkunden, in denen der Hofname Torggler in der Degnei Oberdorf* von Schennan erwähnt wird. Die älteste davon stammt aus dem Jahre 1934 und spricht von Johane d. Torkler. Im Jahre 1500 heißt die Hofstelle bereits Torgglhof und wird 1515 von Adam Torkler bewirtschaftet, während 1546 Caspar Torggler „auf Schennan sesshaft“ ist. Über dem Fenster der so genannten „eisernen Kammer“ am Stegenaufgang des Hauses im Jahr 1552 in den Stein gemeißelt, und die altehrwürdige hölzerne Haustür ist mit der Jahreszahl 1553 versehen. So ist der Torgglerhof wohl eines der ältesten Anwesen von Schenna.

* Die drei Degneien Oberdorf, Unterdorf und ein Teil von Tschivon bildeten eine Art Markgenossenschaft: in das Schlossordnung von 1689 sind verzeichnet die in dem Niderdorf sitzen, die so in Oberdorf seind, die so in der Tschivon seind und die so Zuegüetler haben ... der veldsaltnder soll seinen Lohn von drei techneien, als Tschivon, Ober- und Unterdorf selbst treiben und einlangen.